Ihre Trinkgewohnheit – unsere Empfehlung

Sie sollten stets über den Tag verteilt so viel trinken, dass 2,0 bis 2,5 Liter Harn gebildet werden. Ohne körperliche Belastung und bei normalen Außentemperaturen (nicht über 20° C) reichen dafür 2 bis 2,5 Liter Getränke. Bei veränderten Bedingungen – zum Beispiel starkem Schwitzen - muss deutlich mehr getrunken werden.

Tipp: Überprüfen Sie die Menge des Harns über 24 Stunden (z.B. von 7.00 Uhr bis 7.00 Uhr des nächsten Tages) durch Sammeln in ein Gefäß. Dabei sollten Sie sich folgendes Ziel setzen: 2,0 bis 2,5 Liter pro Tag.  

Nehmen Sie keine Getränke in großen Mengen auf, die eine Bildung von Kalziumphosphatsteinen fördern:

  • alle Alkoholika (auch Bier!)
  • Kaffee, schwarzer Tee
  • Cola und Limonaden-Getränke
  • Milch
  • Citrussäfte
  • Mineralwässer mit über 500 mg pro Liter Bikarbonat (HCO3-s)

Getränke, die Ihnen gut tun

Neutrale Getränke, die Sie in beliebigen Mengen trinken können, sind:

  • Leitungswasser, mineralstoffarme Mineralwässer
  • Nieren-, Blasen- und Früchtetees
  • verdünnter Apfelsaft

Alle Wässer und ungezuckerten Tees enthalten keine Kalorien
 
Trinken Sie vor dem Schlafengehen noch einmal ca. 250 ml (1/4 Liter), so dass Sie in der Nacht einmal aufstehen müssen und trinken Sie dann auch wieder ein Glas nach. Kontrollieren Sie regelmäßig den Harn-pH mit speziellen pH-Teststreifen für Harn (BlemaStrip®); der pH-Wert sollte bei den von Ihnen gebildeten Harnsteinen unter 6,5 liegen. Das spezifische Gewicht des Harns (= Harndichte) kontrollieren Sie bitte mit einer anderen Art von Teststreifen oder einer Harnspindel – es sollte stets weniger als 1010 g/l betragen. Bei einer gleichmäßigen Durchspülung können sich keine Kristalle im Urin oder in den Nieren festsetzen.

Wie Sie sich ernähren sollten – eine Empfehlung

Grundsätzlich ist eine ausgewogene, ballaststoffreiche Mischkost zu empfehlen. Eine rein vegetarische Kost kann die Kalziumphosphat-Steinbildung begünstigen. Lebensmittel mit hohem Kalzium- und Phosphatgehalt benötigt der Körper. Werden jedoch zu viele davon konsumiert, kommt es zu erhöhter Ausscheidung dieser Substanzen über den Harn.

Der tägliche Kalziumbedarf liegt bei 1000 bis 1200 mg. 500 mg Kalzium werden auch ohne Milchprodukte mit einer normalen Mischkost aufgenommen. Weitere 500 mg bis maximal 700 mg Kalzium sollten durch Milch und Milchprodukte zugeführt werden.

Für Sie als Kalziumphosphat-Steinpatient ist eine zusätzliche Zufuhr von 500 mg Kalzium pro Tag ausreichend. Zwei Beispiele:

Kalzium-(Ca-)Gehalt
1 Glas Milch (100 ml)    120 mg
150 g Fruchtjoghurt    180 mg
40 g Brie-Käse    160 mg
45 g Frischkäse    45 mg

Kalzium-(Ca-)Gehalt
50 g Mozzarella    200 mg
125 g Quark    107 mg
60 g Eiscreme    90 mg
50 ml Milch    60 mg
45 g Frischkäse    45 mg

Ernaerung_Kalziumphosphatsteine

 

Harntraktgesundheit durch bewusste Ernährung

Weitere Ernährungsempfehlungen sollten Sie in Ihren Ernährungsplan bei Nierensteinen berücksichtigen:

  • Hart- und Schnittkäse enthalten hohe Mengen Kalzium und Phosphat und sollten nur in kleinen Mengen verzehrt werden.
  • Tierische Proteine (Eiweiße) in großen Mengen führen zu einer erhöhten Ausscheidung von Kalzium über die Nieren. Bitte nehmen Sie nicht mehr als 150 g Fleisch, Fisch oder Wurstwaren am Tag auf.
  • Phosphatreiche Lebensmittel, wie z.B. Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Sojabohnen), Leber, Nüsse oder Kakaoprodukte sollten nicht regelmäßig auf Ihrem Speisezettel stehen.
  • Kochsalz wird meist weit über den täglichen Bedarf mit der Nahrung aufgenommen und führt ebenfalls zu einer Steigerung der Kalziumausscheidung mit dem Harn. Verwenden Sie besser andere Gewürze.

Bewusst leben – Nierensteine vorbeugen

Sie müssen keine strenge Diät einhalten, aber Sie sollten über einige Risiken der Ernährung und Getränkezufuhr nachdenken und selbige berücksichtigen. Durch eine bewusst angepasste Ernährung können Sie sehr viel zur Prophylaxe von neuen Harnsteinen beitragen. Es ist wissenschaftlich gesichert, dass Übergewicht die Harnsteinbildung fördert, daher sollten Sie Normalgewicht halten oder zumindest anstreben.

Eine vegetarisch betonte, ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst, Salaten, Gemüse und kontrolliert dosierten Milchprodukten (nach Volumen / Liter oder Masse / Gramm) sowie eine ausreichende Harnmenge und damit Harnverdünnung tragen erheblich zur Rezidivprophylaxe (Verhinderung erneuter Steinbildung) bei Kalziumphosphatsteinen bei.

Falls sich dennoch erneut Steine bilden, sollten Sie Ihre Blut- und Harnwerte überprüfen lassen.

Aristo

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